Sonntag, 8. August 2010

Wiesenabend...

... bei angenehm milden Temperaturen und dem betörenden Konzert der Grillen.;-)
Die Dämmerung schleicht sich in die Gärten und verzaubert den Himmel in ein intensives Farbenmeer.
Herr Fledermaus huscht über mich hinweg durch die Lüfte - lautlos, bizzar, unermüdlich. Fast könnte ich ihn berühren, so nah fliegt er an mir vorbei.
Ein Igel trippelt über den Schulhof heran, hält inne, wittert, trollt sich jenseits des Zaunes weiter. Schlägt einen Bogen und kehrt mit dem Wind zurück. So kann er mich dieses Mal nicht wahrnehmen, ist aber derart schnell, dass ich ihn im Schein der Taschenlampe gerade noch um die Ecke biegen sehe.
Lange warte ich, bis sich der nächste Igel zum Futterhaus traut - ein hübsches Wesen, ich vermute, ein Weibchen. Sehr vorsichtig, grazil und mit schlankem, dunklem Fuß (Ja, ja, meine Beobachtungen bestätigen immer wieder, dass die Beine der Weibchen deutlich dunkler sind als die der Männchen.). *g*
Aber auch heute wieder, wie schon an all den Tagen zuvor, scheint es mir nicht vergönnt, den verletzten Igel zu finden.
Nun, zeig ich Euch wenigstens eine Libelle:

Dienstag, 3. August 2010

Am Tag, als der Regen kam...

Lang ersehnt... und doch...
Kurz vor 22 Uhr begann es zu regnen, Igelzeit. Aber ich konnte keinen Igel entdecken, der das Futterhaus besuchte. Einen Abend zuvor herrschte um diese Zeit Hochbetrieb...
Da es heftig regnete, hätte es wenig Sinn gemacht, meinen Beobachtungsposten auf der Wiese zu beziehen.
Soll es nun nicht sein, dass ich den verletzten Igel finde?
Unbehagen bleibt. Auf ein Neues...

Montag, 2. August 2010

Die lange Nacht der Igel

Ausgerüstet mit Handschuhen, Zeitung und Taschenlampe entschied ich mich 22 Uhr, den "Bereitschaftsdienst" vom Fenster direkt in den Garten zu verlagern.
Es war noch sehr warm draußen - glücklicherweise waren nur wenige Mücken unterwegs.*gg*
Beobachtungsposten war in unmittelbarer Nähe zum Futterhaus- etwas abseits der Windrichtung, so dass sie mich nicht sofort wittern konnten.
Der Wind trug die Geräusche der fernen Straße heran, doch in den Gärten blieb es still, und im Haus ging ein Licht nach dem anderen aus...
Kaum hatte ich am Rand der Bühne Platz genommen, begann auch schon die Vorstellung. Durch das bereits reichlich herumliegende trockene Laub waren die Igel deutlich vernehmbar - trippel, trippel, raschel, raschel - schon stand einer vor dem Futterhaus. Das war mein Moment : Spot -ähm,Taschenlampe an, genau hinschauen, Licht wieder aus.
Der Nächste kam vom Schulgelände durch den Zaun - nichts Auffälliges zu sehen. Im Futterhaus gab's ordentlich Krach, schon suchte einer schleunigst das Weite...
Aus Richtung Igeldorf lief der nächste Igel heran, witterte und beschloss, lieber den Schulhof zu besuchen.
Die Schniefnase betrat die Bühne - ein Igel mit chronischem Schnupfen. Eingefallene Flanken hatte er, und im Schein der Taschenlampe waren mehrere Zecken zu sehen. Da ich das "Notfallköfferchen" immer dabei habe (Zeckenzange und Dose), entfernte ich ihm drei Zecken. Aber er schien so gar nicht begeistert, so ließ ich ihn schnell wieder runter... Als wäre nichts geschehen, kratzte er sich ausgiebigst, trank aus der Wasserschale und trollte sich ganz nah an mir vorbei in aller Seelenruhe über die Wiese. .;-)))
Lange brauchte ich nicht warten, da näherte sich ein zartes kleines Igelwesen. Auch dieses ohne jede Blessur. Verschwand im Futterhaus und ließ es sich hörbar schmecken.
Beim nächsten Igel, der die Bühne betrat, offenbarte das Licht der Taschenlampe ein hübsches kleines Kerlchen - rundherum propper und unversehrt.
Offensichtlich leben hier mehr Igel als vermutet. *freu*
Diesmal blieb die Prügelei im Futterhaus aus - ganz im Gegenteil. Nach parallelem Schmatzen wurde es still dort drinnen. Keiner der Beiden kam heraus - vermutlich lagen sie nun alle beide am oder im Futter und schliefen friedlich ein Verdauungsnickerchen.*gg* Diese Vorstellung gefiel mir richtig gut.;-))
Plötzlich stand eine schwarzweiße Katze vor dem Futterhaus - lautlos, vorsichtig, aber neugierig. Wunderschön war sie, mit einer ungewöhnlichen Fellzeichnung. Für sie gab es nichts zu holen, und so schlich sie zögernd weiter.

Weit nach Mitternacht hab ich den Beobachtungsposten verlassen. Ein wenig enttäuscht zwar,weil der verletzte Igel nicht gekommen war, aber doch froh über das Leben auf der nächtlichen Wiese...

... wird fortgesetzt...

Sonntag, 1. August 2010

Den Tag vor dem Abend zu loben...

...sollte man tunlichst vermeiden....
Von wegen ruhiger Igelsommer...;-)
Gestern war ich spät zu Hause, also gab's spät Futter für die Stachelritter.
Dieses Mal hatte ich die Kamera dabei. ;-)) Da saß denn auch ein Igel, den ich fotografieren konnte. Wunderte mich ein wenig, dass er nicht sofort Deckung suchte, aber jeder Igel ist anders.
So hab ich das Futter ins Haus gestellt, den Igel nochmals fotografiert und die Bühne verlassen...

Sehr viel später schaute ich mir die Fotos auf dem Display an und stutzte, vergrößerte und erschrak: Der Igel sah aus, als ob er an der linken Vorderpfote blutete! Auffällig waren helle Flecken im Brustbereich - dort schien Fell zu fehlen.
Wieder und wieder schaute ich das Foto an. Hm.Besser, ich würde mir diesen Igel genauer anschauen.
Aber inzwischen war der natürlich über alle Berge.

So habe ich heute im Igeldorf alles für eine teilstationäre Aufnahme vorbereitet.;-)
Und ab 21 Uhr war Bereitschaftsdienst am Fenster.....