Samstag, 8. Oktober 2016

Herbst- Zwerge

Über Monate war es zu trocken, aber kaum betreut das Personal Igelkinder im Außengehege, wird es natürlich viel zu nass.;-)
Und ich meine richtig nass. Millionen feiner Tropfen, die wunderschön aussehen, sich aber auf Dauer nicht schön anfühlen.;-)
Denn jeden Morgen (und mindestens abends auch noch einmal) müssen die Hinterlassenschaften der Kinder weggesammelt werden; das ist in der Nässe eine besonders schöne Aufgabe. *lach*
Viele sind unter den herabhängenden Blättern zu finden, reichlich auch unter den Sträuchern, die im Dorf stehen. Igel lieben es, sich zu verstecken, bevorzugen stets Deckung; und so sind ihre Lieblingsplätze schnell auszumachen.
Am Sichtgitter wird es schon fast unübersichtlich mit Dreckchen; ich lege ganz viel Laub hin. Das lässt sich besser beräumen....
Das Haus vom Team Blau-Gelb brauche ich nicht wirklich sauberzumachen; vorbildlich, die Beiden! Sogar ein wenig am Nest haben sie gebaut, so soll es sein.
Team Bunt hinkt wieder einmal hinterher. Der Gang ihres Hauses ist immer renovierungsbedürftig - vorsichtig ausgedrückt. Und wie schon in den Boxen scheint das Saubermachen irgendein Signal zu sein, sich jetzt erst Recht und schnell zu entleeren. Keine Chance, sauberes Papier auszulegen, solange die drei  umherwuseln. Da hilft nur Ablenkung durch Futter. ;-)








Am Sichtgitter lege ich Laub hin....






Freitag, 7. Oktober 2016

Entdecker-Zwerge

Alles wird erschnuppert und beknabbert, was sich im Zwergendorf finden lässt - die Igelkinder sind sehr aufgeregt. In zwei Appartements wartet nun der Herbst auf sie. Am Sichtgichter treffen sie sich, und es ist ganz offensichtlich, dass sie sich erkennen und Kontakt aufnehmen. Es wird auf beiden Seiten der Lieblingsplatz werden. ;-)
Leider schlägt das Wetter um, es wird kühl und nass, mit reichlich Wind.
Während Team Blau-Gelb zunehmend weniger tagsüber unterwegs ist, findet man Team Bunt leider viel zu oft am Tage draußen. Scheinbar haben sie ihren natürlichen Instinkt der Nachtaktivität (noch) nicht in sich entdeckt. Und kaum taucht Gulliver auf, stürmen sie los in seine Richtung. *seufz* Derart zahme Igel hatte ich noch nie, und ich bin sehr besorgt, wenn ich an ihre Zukunft denke. Denn planmäßig können/sollen Igelkinder noch im Jahr ihrer Geburt ausgewildert werden, da sie meist eh bis in den Dezember aktiv sind. Natürlich ist das Alles wetterabhängig.
Draußen haben die Kleinen einen ganz anderen Energiebedarf; deswegen erhöhe ich die Futterrationen leicht; aber sie bleiben immer und immer hungrig. Arme Wesen. Was soll werden....

Bobby muss die Kamera untersuchen...


In der Abendsonne....








Mittwoch, 5. Oktober 2016

Das Zwergen- Dorf

Die ewig hungrigen Farblinge wachsen und gedeihen, und es ist nicht länger zu verantworten, sie in den kleinen Boxen zu lassen. Die Wetteraussichten stimmen mich zuversichtlich; dass die Kleinen den Umzug nach draußen wunderbar verkraften werden. Aber ein Igeldorf gibt es nicht mehr. Also muss gebastelt werden. Vieles vom Igeldorf habe ich aufgehoben (... man weiß ja nie^^), aber das Material reicht nicht aus. Wir bestellen einen Drahtzaun; einen Meter hoch. Da kann man unten einen Teil umlegen und mit Steinen beschweren; denn Igel können hervorragend buddeln. ;-)
Und oben kann man einen Teil herunterbiegen, denn Igel können gut klettern. ;-)
Pflanzstäbe mit engen Abständen in die Erde gehauen bringen die nötige Stabilität.
Soweit der Plan....
Zwischen den Fütterungen bereite ich alles vor; inzwischen bestimmen die Igel den kompletten Tagesablauf. Das ist sehr anstrengend, da sind auch keine Posts mehr zu schaffen....
Glücklicherweise habe ich sehr liebe Hilfe; und gemeinsam bauen wir aus einem alten Schränkchen ein hochfunktionales^^ Igelwohnhaus für die zwei "Großen"; Bluebell und Rocky.
Alles ist mit enormer Kraftanstrengung vorbereitet, nur der bestellte Zaun fehlt noch. Aber es gibt Pannen bei der Lieferung. Der Paketdienst spart sich die Antworten und ich verbleibe mit der Ungewissheit, ob und wann geliefert wird. Also kaufe ich in einer Hau-Ruck-Aktion anderen Zaun und verbaue ihn umgehend. Nicht so perfekt wie geplant, aber doch ausbruchsicher für mindestens eine Nacht.;-) Und so können alle Farblinge noch in letzter Sommerabendsonne umziehen in ihre Außenanlagen.
Was für eine Aufregung! Was für eine neue Welt!
Natürlich ist Bob, der Baumeister, als erster draußen...
Zunächst schaut nur eine sehr kurze Nase hinaus....

Erde!Wie schmeckt die denn?

Blätter! Daran muss geschnuppert werden,,,

Auf Entdeckertour...
Doch lieber schnell zurück!

Ah - Schwesterchen schaut auch schon...

Nase an Nase ;-)

Doch noch eine kleine Runde...

Die Schwester macht es ihm nach...



Sonntag, 2. Oktober 2016

Emmy

Emmy ;-)
Es ist der letzte Tag mit sommerlichen Temperaturen; gerade 13:45 Uhr, und die Sonne motiviert mich, in den Garten zu gehen. Als ich nach den Kürbissen schaue, liegt da ein winziges Igelchen. Direkt auf der Wiese, in der Sonne. Ach du liebes bisken!
Kein anderer Igel in der Nähe. Wie auch - tagsüber sollten Igel im Nest sein. Bedeutet, dass hier etwas nicht stimmen kann. Nach dem Aussehen - dichtes Stachelkleid, dichtes Fell - ist es schon selbständig. Aber derart winzig....pfffffft.....
Ich nehme es hoch - es stachelt ordentlich. Es ist ein Igelmädchen, zarte 116 Gramm leicht!!!
Die deutliche Hungerfalte zeigt an, dass die Kleine auf dieses Gewicht runtergehungert ist.
Ich kann sie nicht wieder raus setzen, denn sie braucht offensichtlich Hilfe.
Nach einem kleinen Flohfangspiel bekommt sie ein kuscheliges Nest auf einer Wärmflasche, vorerst in einem Karton. .;-)
Ich nenne sie Emmy.
Emmy frisst, aber so richtig zunehmen will sie nicht.
Durchfall hat sie, muss Antibiotikum bekommen...
Unser Herr Sommer wird übrigens immer bekannter im Quartier. ;-)
Einmal allerdings findet ein Nachbar ihn  mittags in der vielbefahrenen Toreinfahrt, setzt ihn geistesgegenwärtig rüber auf unsere Wiese.
Jeden Abend kommt der Stachelritter, sich sein Futter zu holen.  Als ich ihm Nachschlag rausbringe, sehe ich ein anderes Igelkind rumflitzen; im Schein der Taschenlampe bleibt es verschüchtert sitzen. Und dort, wo das Licht hinleuchtet, leuchten auch unzählige Zecken zwischen den Stacheln auf. Das arme Wesen!
Es will mal so gar nicht kooperieren; aber Zecken in diesen Mengen sind für ein Igelkind ein mögliches Todesurteil, also bin ich fest entschlossen, die ekligen Dinger abzumachen.
Schätzungsweise 380 Gramm wiegt das Kleine, es ist auch ein Mädchen!
33 Zecken entferne ich.....
Dann setze ich es mit Futter unter einen Strauch und schleiche davon, denn da warten ja noch
sechs andere Igelkinder...
Die kleine Emmy...

stark abgemagert....