Donnerstag, 18. August 2016

Die Leiden des Herrn S.

Tatsächlich bekommen auch wir mal Regen ab; doch bevor sich die vertrocknete Wiese erholen kann, herrscht schon wieder Trockenheit.
Nach exakt zwei Wochen ist die Wunde von Sir Lancelot komplett verheilt und er darf zurück in die Freiheit. Dies tut er mit einem himmelblauen "L" auf den Stacheln und in großer Eile. ;-)
Das tapfere Sömmerchen hingegen befindet sich noch immer auf dem Leidensweg. Die Wunde muss mehrfach geöffnet und gereinigt werden; eine spezielle Salbe - morgens und abends aufgetragen - soll den Heilungsprozess fördern. Der bedauernswerte kleine Kerl weiß, dass ihm geholfen wird; verhält sich durchweg kooperativ. Sein Appetit ist inzwischen riesig; auch nimmt er endlich zu. Erstmals ist sein Schlafhäuschen saubergeblieben über Nacht. ;-)
Aber immer wieder eitert es neu, schwillt das Bein an. Trotz Antibiose. 
...





Freitag, 12. August 2016

Herr Sommer

Unserem Sömmerchen geht es tagelang nicht besser. Liegt viel auf der Seite, ist überhaupt nicht aktiv. Er frisst immerhin! Aber es gibt nach wie vor - trotz Elektrolyten - nur eine sehr kleine Pfütze in 24 Stunden.
Er baut sich kein Nest, liegt einfach nur so in seinem Schlafhäuschen, das er leider auch als Toilette benutzt. Also muss ich ihn jeden Morgen mit der einen Hand herausnehmen und mit der anderen Hand das Haus renovieren. ;-)
Nach einer Woche und dem zweiten Antibiotikum geht endlich die Schwellung des Beines zurück!
Aber der Fuß bleibt stark geschwollen; der Tierarzt stellt einen Trümmerbruch in der Hinterhand fest.
Da bleibt eigentlich nur die Amputation, aber in seinem schlechten Zustand kann man dem kleinen Herrn Sommer momentan keine OP zumuten.
Trotz Futter nimmt er erstmal ab, dann bleibt sein Gewicht gleich, obwohl er doch gut zunehmen müsste. Die Äuglein bleiben klein und mandelförmig.
Da scheint noch mehr im Argen. Und nein - die Lunge ist frei, kein Husten, die Hinterlassenschaften sind 1a.;-)  
Was soll werden? 
Herr Sommer ;-)

Montag, 8. August 2016

Ritter Lancelot

Bigfoot Lancelot
Kaum einen Tag wohnt Herr Sommer nun auf dem Balkon, da höre ich abends eine heftige Prügelei zweier Igelmännchen, direkt unter dem Balkon, im Schatten der Hecke.
Nichts Ungewöhnliches; schließlich sind sie ja alle auf der Suche nach der holden Weiblichkeit; da ist Konkurrenz unerwünscht.
Nach ca. einer halben Stunde wundere ich mich, dass die Beiden immer noch am Kämpfen sind.
Das ist denn eher ungewöhnlich, und ich schaue mit der Taschenlampe nach. Beide Stachelritter sind etwa gleichgroß und keiner mag nachgeben. Aber einer blutet bereits....
Es ist bekannt, dass es harte Kämpfe zwischen Igelmännchen gibt, gesehen habe ich in 14 Jahren allerdings keinen einzigen so bitterernsten.
Eine Bisswunde - unbehandelt der sichere, qualvolle Tod. Denn Igel leben nun mal am Boden; die Wunden infizieren sich leider immer. Erst Recht im Sommer bei warmen Temperaturen.
Also gehe ich raus und will den verletzten Igel holen. Da beißt der Angreifer ihn gerade fest in den Rücken und schüttelt ihn hin und her! Es dauert, bis die Ritter meine Gegenwart bemerken.
Ob beide verletzt sind, kann ich nicht ausmachen, denn der vermeintliche Sieger flieht in Windeseile über die Straße.
Natürlich muss ein tapferer Stachelritter einen würdigen Namen bekommen.
Lancelot!
Der wiegt 1120 Gramm, hat eine Bisswunde an der rechten Schulter und steht leicht unter Schock. Glücklicherweise ist die Wunde nicht allzu tief. Eine Antibiose wird bei der Heilung helfen.
Nun wohnen zwei Igel auf dem Balkon....

Dienstag, 2. August 2016

So ein Sommer!

Hallo, Ihr Lieben, die Ihr dem Blog die Treue haltet! ;-)
(Wohl vermutend, dass es weitere Abenteuer in Igelanien geben könnte... )
Hier in unserer Gegend ist es seit Wochen dermaßen trocken, dass die Wiese zur dürren Steppe vertrocknet.
Vier Trinkschalen habe ich mittlerweile verteilt in Igelanien stehen, und sie sind allesamt gut besucht - rund um die Uhr.




Der Juli bringt knapp die Hälfte des üblichen Niederschlags für diesen Monat, und das ist wahrlich nicht viel. Also füttere ich bereits jetzt die Igel mit Nassfutter, denn Trockenheit bedeutet Not.
Freitag, kurz nach 20 Uhr. Ich bringe eben das Futter nach draußen, als mir ein Igel - die Wiese querend - entgegenhumpelt. Natürlich schaue ich sofort nach ihm. Die rechte Hinterhand ist massiv geschwollen und eitrig. Ach herrje...
Dass der Igel auf der Schippe sitzt, wissen natürlich auch Flöhe und Zecken, die sich in großer Menge auf dem geplagten Wesen tummeln. Also muss er behandelt werden. Das dauert länger, als der Kleine Kraft übrig hat. Schnell noch auf die Waage - 830 Gramm - dann bleibt er mit Futter und Wasser in der Transportbox, bis das Krankenhauszimmer für ihn hergerichtet ist.
Gleich am nächsten Tag bekommt er vom Tierarzt Antibiotikum und Elektrolyte. Das Bein ist steif, lässt sich vorerst nicht genauer untersuchen. Eine Nekrose verursacht üblen Geruch. Der Kleine ist apathisch, liegt viel auf der Seite.
Immerhin frisst er ganz leidlich. Aber das ist auch das einzig lebendige in der Box. Erst nach 12 Stunden macht er eine Pfütze - nicht gut, gar nicht gut...
Wir hoffen, dass wir das arme Kerlchen von der Schippe holen können und geben ihm den Namen Herr Sommer.
Herr Sommer ;-)