Mittwoch, 20. Juni 2018

Und noch ein Karussell...

Zwei Füchse besuchen mittlerweile des Nachts Igelanien, auch eine "neue" fremde Katze findet sich ein. Da die Trockenheit anhält, füttere ich die Igel
weiter zu - ausschließlich in den Igelhäusern; mit exklusivem Zutritt nur für Stachelritter. ;-)
Igelpflegling Lana ist fast immer als Erste zur Stelle; ist gut beisammen.
Ich bin glücklich, die Igelin so wohlauf zu sehen.
Von Lotta fehlt jede Spur, auch Mary und die Jungs habe ich lange nicht gesehen.
Die kleine Lina wohnt inzwischen dauerhaft irgendwo außerhalb; die Reihenhaussiedlung steht leer.
Auf der verdorrten, trockenen Wiese vor dem Fenster tuckert es: Das typische Geräusch für ein Igel-Karussell. Ich schaue nach: Wieder muss sich Lana eines Männchens erwehren.
Ohne Unterlass umkreist der Igelmann die Dame seiner Wahl. Eine Chance zur Flucht ergibt sich für Lana nur, wenn ein zweites Männchen dazu kommt und sich die Rivalen bekämpfen.
Da der Lichtschein sie nicht im  mindesten stört, mache ich für Euch Fotos:
ER umkreist SIE, fast unterwürfig senkt er den Kopf dabei.
SIE dreht sich mit, tuckernd, ihn möglichst im Auge behaltend....
ER links, Lana rechts


ER rechts, sie umkreisend, den Kopf senkend

Lana links, wütend, ihn schubsend ;-)

ER, rechts, völlig unbeeindruckt, umkreist sie weiter

Lana, links, dreht sich mit








Mittwoch, 13. Juni 2018

Rosen- Karussell

Es bleibt extrem trocken; nun folgt auch noch große Hitze....
Glücklicherweise ziehen die schweren Unwetter an Igelanien vorbei, doch so bleibt es eben auch viel, viel zu trocken. Eine harte Zeit für alle wildlebenden Tiere.
So füttere ich nicht nur die Igel zu, sondern auch die Meisen, Spatzen und Krähen; denn alle haben Jungvögel zu versorgen und großen Hunger.
Ein Blaumeisen-Junges bettelt um Nahrung...

Die Amseln ziehen sich in bewässerte Gärten zurück; die Stare können im Kirschbaum räubern. ;-)
Nur wenig Igel besuchen Igelanien - die Wasserschale ist stets der erste Anlaufpunkt.
Die Reihenhaussiedlung bleibt in milden Nächten unbewohnt; selbst die kleine Lina sucht sich nun immer öfter eigene Schlafmöglichkeiten. Höchste Zeit, die Häuser zu reinigen und zu desinfizieren.
Eines Morgens höre ich das typische Geräusch eines Igel-Karussells: Eine Igelin tuckert und echauffiert sich über die Zudringlichkeiten eines Igelmännchens. Dabei ist es 10 Uhr und die Sonne scheint von einem tiefblauen Himmel!
Hm. Das schaue ich mir an. Schon von weitem sehe ich die beiden - unter der üppig blühenden Rose drehen sie sich erschöpft im Kreis; machen alle Pflanzen ringsum platt. Na prima. ;-)

Bei beiden erkenne ich eine Markierung - SIE ist Lana, noch kein Jahr alt und damit auch noch nicht geschlechtsreif. Armes Mädchen!
ER ist Lancelot, der tapfere Ritter, mit ordentlich Ausdauer! *g*
Lana stürzt bei meinem Eintreffen sofort in Richtung Reihenhaussiedlung davon, so nehme ich Lancelot hoch und bringe ihn vorsichtshalber hinter ins Futterhaus unter den Ahornbäumen; gut 15 Meter entfernt.
Diese Entfernung sollte ausreichen...
Lancelot ist ein unglaublich liebenswürdiger Igel; niemals stachelt oder boxt er; lässt sich ganz still und aufgerollt tragen. Man kann ihn nur gern haben. ;-)
Kaum setze ich ihn im Futterhaus ab, kommt Lana hektisch angerannt und will ebenfalls in dieses Futterhaus!!!
So wird das nix.
Ich nehme Lancelot wieder hoch und bringe ihn in die Reihenhaussiedlung.
Nun können sich beide erstmal ausschlafen.....
Als Igel- Karussell bezeichnet man das Paarungsverhalten der Igel. Das Männchen versucht - das Weibchen umkreisend - dieses decken zu können; während das Weibchen dieses verhindern möchte und sich mit einem lauten Tuckern mitdreht - das Gesicht immer zu ihm gewandt, bzw. die Rückseite ihm immer abgewandt. Mal gibt ein Weibchen nach, mal nicht. ;-) Das Werben des Männchens dauert viele Stunden und führt nicht selten zur völligen Erschöpfung beider Tiere. 






Sonntag, 27. Mai 2018

Was für ein Mai!

Was so schön beginnt, wandelt sich in Besorgnis - in sieben Wochen regnet so gut wie gar nicht - die Wiesen sind längst vertrocknet wie sonst im Juli erst.
Auch der Mai ist viel zu warm und damit auf Rekordkurs, der wärmste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnung zu werden.
Die Wärme bringt alles gleichzeitig zum Blühen - schön anzusehen, aber welche Folgen für die Insekten wird es haben?
Bis vor einigen Tagen sind die Nächte noch kühl und alle Igelhäuser belegt; teils auch doppelt.
Zwei sehr große Stachelritter wollen partout nicht ausziehen; nicht mal, als ich sie mir vorsichtshalber anschaue und mit Flohspray behandele. ;-)
Bei einem erkenne ich eine alte Markierung : Lancelot!!!!! Der tapfere Ritter Lancelot, bei einem Kampf vor zwei Jahren durch eine Bisswunde verletzt und in Igelanien gesund gepflegt.
Stattliche 1550 Gramm bringt Lancelot auf die Waage....
Lancelot und Lenny schlafen nebeneinander....

Die kleine Lina bleibt wohnen, was auch immer geschieht.
Auch sie wird mit Jacutin eingesprüht, untersucht, mit Vetbancid gespritzt.
Sie nimmt gut zu, sieht aber immer noch so zierlich aus.
Jeden Abend, wenn ich ihr Futter hinstelle, wartet sie schon im Haus und erschrickt immer sehr, wenn sich das Dach öffnet. Sie zieht um in das Nachbarhaus, aber auch dort öffnet sich das Dach. Schließlich bleibt sie im kleinen Haus wohnen.
Dort ist der Eingang zum Schlafnest derart klein, dass keiner der großen Jungs hineinpasst; schon gar nicht, wenn sie den Zutritt fauchend verweigert. ;-)
Es ist mir unerklärlich, weshalb sie wohnen bleibt. Letztlich bin ich aber froh, dass sie immer zuerst vom Futter bekommt.
Nun - in den milden Nächten - ist sie die einzige Untermieterin. ;-)

Nachts höre ich einen Igel niesen und schnaufen. Er kommt spät, sucht nach Futter.
Ich schaue dann doch mal aus dem Fenster, leuchte mit der Taschenlampe. Sehe eine weiße Stelle am Kopf.
Was soll das sein? Ich fotografiere, schaue mir das Bild vergrößert an und erschrecke:
Aus dem linken Ohr läuft Eiter. In Massen.
Ich erspare Euch die Bilder.
Dieser Igel leidet Höllenqualen, und ich MUSS ihm helfen!
Als ich ihn hochnehme und in Küchenkrepp hülle, wehrt er sich nicht einmal mehr.
Er wimmert vor Schmerzen, als ich mir die Bescherung bei Licht anschaue. Die linke Kopfhälfte ist stark geschwollen - ein Abzess. Aber einer, der schon lange wütet; es dringen unvorstellbare Massen an Eiter aus dem vergrößerten Hörgang.
Der Eiter zerstört den Kopf bei vollem Bewusstsein; vermutlich seit Wochen schon.
NAMENLOSES GRAUEN.
Ich kann nur noch weinen, was dieses Tier für ein Martyrium erleidet.
So vorsichtig es geht, bette ich ihn in die Transportbox. Stelle Futter und Wasser dazu.
Der Igel weiß, dass er nun angekommen ist.
Er liegt nur noch da und wimmert.
Ich habe nicht mal Schmerzmittel im Haus!!!!
Am nächsten Morgen bin ich die erste beim Tierarzt, und jede Minute Wartezeit tut mir weh.
Dieses Tier kann man nur noch erlösen.
Endlich darf der Igelmann über den Regenbogen gehen.










Sonntag, 6. Mai 2018

Lina

Einen so phantastischen Mai-Beginn haben wir selten! Alles grünt und blüht zur selben Zeit und die Sonne verwöhnt uns so sehr, dass es eine Freude ist.
Alles neu macht der Mai - und so staune ich nicht schlecht über das kleine zarte Wesen, dass da plötzlich mit im Schlafhaus liegt. Ich hole umgehend Waage und Flohspray.
Niedliche 560 Gramm  bringt das kleine Mädchen auf die Waage!
Es hat weder Flöhe noch Zecken; und wie ich das Kleine so in der Hand halte, fällt mir auf, dass es an manchen Stellen wenig Stacheln hat - ein Zeichen, dass es in menschlicher Obhut überwintert haben muss.
Ein dünnes Stachelkleid bei Lina....

Igelkinder, die draußen in Freiheit überwintern, wachsen deutlich langsamer und haben daher ein deutlich dichteres Stachelkleid.
Hm. Ich kenne niemanden in der Nachbarschaft, der Igelkinder über den Winter bringt.
Woher kommt das kleine Mädchen?
Es bleibt in der Reihenhaussiedlung wohnen, hat also wie "meine" Pfleglinge auch kein Nest draußen.
Ich nenne es Lina.
Nach vier Tagen wiegt Lina schon über 600 Gramm - sehr positiv! ;-)