Mittwoch, 28. September 2011

Altweibersommer

Dichter, stiller Nebel am Morgen; vor Nässe triefende Natur und zarte schwebende Silberfäden in der Abendsonne - ein Altweibersommer, wie er im Buche steht und nur selten zu erleben ist. 
Myriaden von winzigen Fliegen tanzen in der Sonne und machen den Herbst lebendig. Buntes Laub segelt leise zu Boden und schmückt die Wiesen.
Der Nebel lichtet sich ...

Die Nächte werden bereits empfindlich frisch mit 8 Grad, da haben es die Stachelritter meistens eilig. ;-)
Mindestens sechs Igel besuchen abends das Futterhaus, vielleicht auch mehr....
Alonso ist regelmäßig zu Besuch. Noch leuchtet das Himmelblau so schön auf seinen Stacheln.  Einmal verfolge ich ihn mit dem Licht der Taschenlampe, obwohl er das gar nicht mag. Aber ich mag gern sehen, ob er normal laufen kann: Kein Humpeln zu entdecken - die verletzte Pfote scheint tatsächlich weiter gut abgeheilt zu sein. *freu*
Dafür gibt's auch kleine Stückchen Walnuss, die vom Himmel direkt vor Alonsos Nase fallen. ;-)
Gleich zwei schimpfende Igel besuchen das Haselnußstrauch- Paradies, da sollte ich wohl mal einen markieren.... *g*
Einer der Beiden sitzt allabendlich unter meinem Fenster und wartet auf seine Portion. Schimpfend, mit dem Rücken zur Wand. Das erinnert mich an die blinde Igelin, die vor Jahren mal hier zu Gast war...
Aber beim kleinen Motzky da unten ist keine Linsentrübung zu entdecken.
Weshalb echauffiert sich das Tierchen nur derart, wenn sich ihm ein anderer Igel nähert?
Ich ergreife die Gelegenheit, Farbe und Taschenlampe und schaue nach.
Was für ein hübsches Gesichtchen hat der Igel! Oha, und so aus der Nähe hat er ein stattliches Gewicht. Schön rund. Und einigermaßen lieb. Versteckt die nassen kalten Pfötchen zwar unter dem Bauch, lässt sie dann aber doch anschauen - alles okay. Keinerlei Verletzung.  Ich taste vorsichtig den Bauch ab - im Licht der Taschenlampe bestätigt sich, dass es ein Mädchen ist!
Hm. Das einzige junge Frollein in diesem Revier ist Amelie. Aber nicht einen Resthauch Farbe kann ich entdecken. Dafür aber auch keine Zecke. Prima! ;-)
Ich markiere sie mit einem Längstreifen Himmelblau, da rennt sie auch schon davon.*gg*
Nur wenige Minuten später höre ich sie bereits wieder schimpfen - diesmal im Futterhaus.....

Sonntag, 25. September 2011

Es herbstelt so schön...


Viel zeitiger als üblich malt der Herbst die Blätter bunt und die Sonne verwöhnt uns mit wohliger Wärme. Da macht es Spaß, im Garten zu werkeln. Beim Saubermachen des Futterhauses dann eine Überraschung: Ein riesiger Igel schläft darin und erschrickt natürlich heftig über die Störung. Mittlerweile habe ich Erfahrung mit solchen Schlafgästen, nehme also die Igelkugel in die eine Hand (in Küchenkrepp gehüllt) und mache mit der anderen Hand sauber. Der Schlafgast ist wahrlich ein Gigant, er wiegt bestimmt 1500 Gramm!
Toll, dass er überhaupt durch den Eingang des Futterhauses passt. *g*
Ganz still liegt er auf meiner Hand - ich sehe wunderschöne runde und glänzende Knopfaugen und ein dichtes Stachelkleid. Die Pfoten (man wird ja aufmerksamer) sind ebenfalls riesig und alle vier komplett und unverletzt. ;-)
Nicht eine Zecke kann ich entdecken. Solche Igel wünscht man sich öfter...
Als ich abends das Futter bringe, liegt er friedlich schlafend im Futterhaus, und noch bevor er erschrecken kann, schließe ich das Haus wieder. ;-)

Freitag, 23. September 2011

Wo Stachelritter gerne wohnen /1.

Auf der Wiese herrscht allabendlich "Hochbetrieb" - bereits gegen 19:30 Uhr schlüpfen nun schon die ersten Igel ins Futterhaus zum üppigen Mahl.
(Ich hab mal vier Igel gleichzeitig im Futterhaus gesehen *g*)
Gandhi verprügelt Motzky - der schimpft natürlich laut. Alonso ergreift beim Licht der Taschenlampe die Flucht in die Büsche, eine kleine "Hustinette" bekommt Leckerlis auf der Wiese....
Irgendwann klappt es hoffentlich mal, dass ich eine Prügelei für Euch filme - das ist nicht so einfach. Das beginnt meist so schnell, wie es zu Ende ist....
Das schöne Spätsommerwetter lässt fast vergessen, dass schon nächste Woche der Oktober beginnt.
Zeit für die erwachsenen Igel, in den Winterschlaf zu gehen.
Aber wo wohnen Igel am liebsten?
Ich sag immer: Igel lieben Ecken und sich zu verstecken. ;-)
Abgelegen muss es ein, schattig und vergessen. Am liebsten wild zugerankt. Brombeerbüsche mögen sie sehr gern.
Bevorzugt werden Plätze unter/hinter einem Holzstapel, am/im Kompost, an einem/unter einem Schuppen, gern auch unter einer Terrasse oder an einer Mauer.
Beim Zurückschneiden von Zweigen entdeckte eine Bekannte und Igelfreundin in einer Ecke dieses verlassenes Nest:

Halb in die Erde gegraben, mit viel Laub und Fell ausgepolstert. Was darauf schließen lässt, dass hier eine Igelin ihre Jungen bekommen hat.
Ideal sind auch "vergessene" Ecken, wo wachsen darf, was wachsen will, und dies durchaus durchdacht und dekorativ:

Übrigens : Das Laub von Ahorn, Nuss und Eiche mögen/verwenden Igel nicht zum Nestbau. ;-)

Dienstag, 20. September 2011

Pausen-Ende ;-)

Hallo, Ihr Lieben! Ich war ein paar Tage verreist, deswegen erst heute wieder ein neuer Post.
Die Stachelritter waren mit Trockenfutter gut versorgt über das Wochenende und haben alles aufgefressen, bis auf den letzten Krümel. Heute bekommen sie eine XXL-Portion Nassfutter. ;-))))))

Ich hab Euch ein paar Bilder mitgebracht vom traumhaft schönen Mecklenburg- Vorpommern...



Samstag, 17. September 2011

Hungrige Stachelritter

Inzwischen sind die Sturmschäden weitestgehend behoben - das Igeldorf ist aufgeräumt und auf neuen Besuch vorbereitet. Denn die Saison beginnt bald - schon höre ich von Nachbarn und Bekannten, dass Igelbabies gesehen worden sind... 
Der Herbst zeigt uns bereits seine kühlen Nächte und malt die Blätter bunt... Die Igel haben alle großen Hunger und nehmen eine Zufütterung dankbar an.
Viele füttern ihre Katze draußen - dort ziehen sich natürlich Igel hin und naschen gern. Für viele Igelkinder ist das die einfachste und leider oft einzige Möglichkeit, durchzukommen.
Auch wer einen Walnussbaum besitzt, wird Igel zu Gast haben. ;-)
Wer sich die Mühe machten möchte, kann den Igeln mit Katzenfutter sehr viel Gutes tun und wird mit spannenden Beobachtungen in der Dämmerung belohnt.
Man braucht auch nicht wirklich ein passendes Igelfutterhaus. Selbst alte Obststiegen kann man verwenden oder eine ausgediente Plasteschüssel, in die man einen "Eingang" schneidet. Auch ein Pappkarton - natürlich entsprechend regensicher gemacht mit Folie - leistet gute Dienste. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Was tun, damit nicht Katzen das Futter für die Igel wegfressen?
Einen kleinen Eingang basteln - maximal 11 x 11 cm.
Und das Futter so weit nach hinten stellen, dass eine Katze mit der Pfote nicht heranlangen kann.
Es hilft, wenn die Futterstelle beschwert wird, also nicht ohne Weiteres umgeworfen werden kann.
Mein Futterhaus hat zwei lange Gänge. Damit ist es zu ca. 95 Prozent katzensicher. ;-)
Das offene Futterhaus, rechts und links mit Gang

Ich lege den Boden (der nicht zwingend sein muss, bei Regen aber praktisch ist) stets mit Zeitungspapier/Küchenkrepp aus, so lässt sich alles sehr einfach reinigen.
Ich weiß nicht, ob ich es je erwähnte: Igel sind kleine Moorschweinchen. ;-)))))))))
Wer den Aufwand scheut mit Zeitungspapier, lässt den Boden weg, stellt aber das Futterhaus möglichst auf eine Fläche, die sich reinigen lässt. Steinfliesen z. B. kann man mit einem Schlauch abspritzen.
Maße findet man bei Pro Igel, siehe Link.
Ich weiß nicht, ob ich das jetzt alles richtig erklärt habe, wenn etwas unklar ist - bitte  fragen! ;-)
Das geschlossene Futterhaus - hier bei Regen...

Donnerstag, 15. September 2011

Paralleles Schmatzen



Was der Sturm nicht schaffte, haben die Baumpfleger vollendet: Die noch in den Bäumen hängenden Äste sind auf's Igeldorf gefallen und haben es unter sich begraben. Beräumt wird alles wohl erst am Ende der Woche, wenn überall die dringendsten Schäden behoben sind...
Nun hat zwar das Personal kurzfristig keine Zutrittsmöglichkeit mehr, aber die Igel finden es vermutlich richtig toll  - endlich schön versteckt! *lach*

Am Abend sind sie dann alle unter meinem Fenster - die ganze "Mannschaft" ist versammelt! *g*
Gandhi ist so gar nicht friedlich und verprügelt einen anderen Igel, Alonso ist da und auch der Riesenigel, bei dem ich staune, dass der überhaupt durch den Eingang des Futterhauses passt.
Und da ist der Kleine, der immer schimpft. Auch wenn bereits alle Igel wieder fort sind, schimpft er noch laut vor sich hin... will sich über die Wiese trollen, doch da liegt noch ein abgeschlagener Ast. Hm, der hat da nicht zu liegen. Der Igel schimpft, aber weicht nicht einen Zentimeter von seinem Kurs ab. Drumherum laufen? Mitnichten! Mittendurch heißt die Devise! Also wühlt und kämpft er sich mühsam  durch Holz und Laub. Und schimpft weiter. *lach*
Und immer noch keine Zwergenspuren....

Montag, 12. September 2011

Glück gehabt

Wenn man die Nachrichten verfolgt, habe ich trotz allem Ärger noch Glück gehabt.
Denn meine Fensterscheiben hielten dem Hagel stand, unser Dach ist noch auf dem Haus und die Ahornbäume stehen immerhin auch noch. ;-)
Die größten Äste habe ich aus dem Igeldorf weggeräumt, aber so lange der abgeschlagene Ast noch wie ein Damokles- Schwert über dem Dorf hängt, wage ich mich nicht wirklich hinein.
Vermutlich morgen wird das Chaos beräumt werden....
Die Igel werden vor mir vom Unwetter gewusst haben und kamen sicher erst zum Futterhaus, nachdem das Schlimmste überstanden war.
Jedenfalls war das Futter heute Morgen restlos alle; und gerade lässt es sich ein erster Igel unter meinem Fenster schmecken.
Mal schauen, wer so alles vorbeikommt und ob es himmelblau im Dunkeln leuchten wird. ;-)
Die Sonnenblume lacht, als hätte es kein Unwetter gegeben...

Wie ein Damokles- Schwert hängt ein großer Ast quer über dem Dorf...

Sonntag, 11. September 2011

Unwetter

Da kommt was auf mich zu...... Arbeit, Arbeit.....
Die vom Sturm abgebrochenen Äste kann ich nicht selbst beräumen...
Ins Igeldorf komm ich gar nicht ohnes weiteres hinein... vom mittleren Ahornbaum fehlt die Hälfte der Krone.... :-(
Ein abgeschlagener Ast hängt noch drohend in einer Baumgabel... ziemlich gefährlich....
Im Dorf liegen auch Äste, alle Töpfe sind durcheinandergewirbelt...
Und schon naht das nächste Gewitter...



http://www.youtube.com/watch?v=EVhV_vr4PK4

http://www.youtube.com/watch?v=-t-7qm_celY

 http://www.youtube.com/watch?v=u_i5nJj2utQ

Samstag, 10. September 2011

Endspurt

... der kleine Prinz Alonso ... ;-)
08.09.2011, 23:40 Uhr
Der Regen hat aufgehört. Ich setze Alonso an der Trinkschale hinten am Dorf ins Gras. Er zögert nicht und trollt sich ins Beet, läuft bis zum Futterhaus, wartet ab, bis ich fort bin. ;-)
Bereits gestern sehe ich ihn wieder - zusammen mit zwei weiteren Igeln sitzt er auf der Wiese unter meinem Fenster und lässt es sich schmecken. ;-)
Die himmelblaue Farbe leuchtet weithin, und so kann ich auch Gandhi entdecken.
Es ist Endspurt beim Anlegen der Fettreserven für den Winterschlaf. Ich habe die Futterration verdoppelt, aber auch die ist restlos alle morgens.
Zwergenspuren habe ich bisher nicht entdecken können. Vielleicht gibt es ja keine Babys im Revier, oder aber die Igelmama bevorzugt andere Stellen zum Fressen, weil ihr hier zuviel Betrieb ist...

Mittwoch, 7. September 2011

Alonso wieder auf Pole ;-)


... es ist schon herbstlich ...
Fleißig baut Alonso nachts an seinem Schlafhäuschen. Schleppt Küchenkrepp hinein und stopft alle Ecken aus. Ein kuschelweiches weißes Prinzen- Nest.;-)))
... Alonso in seinem Schlafhäuschen- Nest ...

Schiebt sein Haus immer ein kleines Stück nach rechts und legt sich dann zum Ausruhen in die Ecke dahinter.;-))
Zugenommen hat Alonso - nun wiegt er 1162 Gramm. Ein gutes Polster für den bevorstehenden Winterschlaf.
Er ist drollig und sehr lieb, und ich freue mich, dass die Wunde gut abheilt. Er wird morgen abend in sein Leben zurückkehren dürfen/können.
Natürlich nicht ohne einen Fleck himmelblauer Farbe auf dem Rücken.;-))
...Ist er nicht niedlich?...  ;-)

Montag, 5. September 2011

Der Countdown läuft...

Alonso hat letzte Nacht ordentlich gewütet in der Box. *g* Er möchte verständlicherweise raus und weiß nicht, wie wichtig diese Behandlung für sein Leben ist.
Bei der Visite hat er mir heut seine verletzte Pfote freiwillig zum Nachschauen überlassen;  und siehe da - die Schwellung ist deutlich zurückgegangen! *freu* Die Wunde heilt gut ab. Prima, prima, prima! ;-)
Wenn es so positiv weitergeht, wird er voraussichtlich Donnerstag wieder in sein Leben draußen zurückkehren können.
Gandhi ist jeden Abend hier, auch das freut mich sehr. Inzwischen herrscht reger Betrieb am und im Futterhaus. Auch wenn wir es noch nicht wahrhaben wollen - der Herbst ist da...
Der Countdown für die Igel läuft - in vier Wochen schon begeben sich die ersten Igel in Winterschlaf.
Und so futtern sie sich momentan so viele Reserven an wie nur irgend möglich.

Samstag, 3. September 2011

Heimkehr und Verlängerung

Gestern Abend 21:30 Uhr ist Gandhi in sein Leben draußen zurückgekehrt. ;-))))
Die Wunde ist gut verheilt, der Tierarzt und damit ich zufrieden.
Habe Gandhi mit einem Klecks himmelblauer Farbe auf dem Stachelrücken versehen und mit Frontline besprüht. Dann gings hinaus zur Trinkschale, denn das ist sicher ein guter Orientierungspunkt für die Igel.
Natürlich wusste Gandhi ganz genau, was bevorstand. Er saß ganz friedlich auf meinem Arm und schaute mich mit seinen kugelrunden glänzenden Augen an. Es sieht niedlich aus, wenn Igel zwinkern.;-)
Als ich ihn absetzte, stürmte er zunächst in die Rabatte, um sich zu kratzen. Dann lief er zum Futterhaus und von dort trollte er sich über die Straße zum Grundstück gegenüber - Kirchengelände. Ob er bis zur Kirche weitergelaufen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. *g*
Alonsos verletzte Pfote ist nach wie vor geschwollen, der Tierarzt hat noch Eiter entdeckt. Die Behandlung mit Antibiotika wird verlängert. Das bedeutet noch viele Walnuss-Stückchen für den kleinen Gourmet. ;-)))
Alonso - die verletzte Pfote ist gut zu sehen - 2 Krallen fehlen

Donnerstag, 1. September 2011

Ach, Alonso...

Gebaut hat Alonso die halbe Nacht, und als ich am Morgen in die Box schaue, liegt nicht ein Stück Küchenkrepp mehr drin - er hat alles in sein Schlafhaus geschleppt und verbaut. *lach*
Es ist der erste Tag, an dem er tief schläft. Und da das Wetter angenehm ist, verkrümele ich mich hinaus in den Garten und baue am Dorf. ;-)
Bis zum späten Nachmittag schläft der kleine Prinz. Erst als er wach wird, nehme ich ihn raus zur Behandlung. Leider muss ich feststellen, dass seine verletzte Pfote stark geschwollen ist.... Ich mache Salbe darauf und setze ihn zurück in sein Schlafhäuschen - aber ach, der Patient leckt die Salbe ab. :-(
Natürlich bekommt er Bauchgrummeln davon....
Das ist denkbar ungünstig. Bin schon beunruhigt. Mal schaun, was der Tierarzt sagt.

Gandhis Wunde hingegen sieht gut aus, ich hoffe für ihn, dass er bald hinaus ins Dorf und in die Freiheit zurück kann.